Im entzückend winzigen Reich Popo residiert ein König, der die gute deutsche Bürokratie liebt und jegliche Gefühle in festen Kalendereinträgen vorplant. Auch sein Sohn Leonce weiß bereits, was er in Stunden, Tagen und Wochen denken und träumen wird und verspürt darüber eine existenzielle Müdigkeit. Trotz der fließenden Tränen seiner Exfreundin fühlt er nur Langeweile. Bevor er vor lauter Grübeln seinen Vorbildern Caligula und Nero nacheifern kann, beschließt König Peter eine Hochzeit mit der durchlauchtigsten Prinzessin Lena vom Reiche Pipi. Leonces geistreicher Gefährte Valerio rät zur Flucht nach Italien, ehe man noch in die Verlegenheit käme, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu werden. Aber die beiden sind nicht die Einzigen, die mit bemerkenswerter Entschlossenheit durch die Gedanken und Wälder irren. Prinzessin Lena nimmt ihr eigenes Schicksal in die Hand und flieht – natürlich in Begleitung ihrer Gouvernante – vor ihrem persönlichen Hochzeitsalbtraum aus Pipi. Was folgt ist die Ironie des Schicksals: Niemand nennt Namen, aber in vino veritas. Seid gefasst auf die Verwicklungen der feinen Gesellschaft in der Liebe. Man könnte sie bedauern, würde man nicht gerade ans Essen denken. Trotz Fristverlängerung verpasste der22-jährige Georg Büchner die Abgabe der Komödie für die Cotta’sche Preisausschreibung. Sein Werk wurde ungeöffnet zurückgesandt und die erhofften 300 Taler an einen anderen ausgezahlt. Zeit, noch einmal den Text zu einer spitzen, dreiaktigen, politischen Satire über die Hohlheit der Herrschaftsklasse und deren dekadente Langeweile zu überarbeiten und in seinem folgend letzten Lebensjahr tatsächlich fertigzustellen. Ein Lustspiel über zu viel Luxus und zu wenig Sinn, mit der unterschwelligen Botschaft des Vormärz: Friede den Hütten, Krieg den Palästen!